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Allgemein

Ein bisschen chinesischer Starrummel bei der Universiade und zwei Neckarsulmer Tischtennis-Asse mittendrin

4. August 2023

Sport-Union-Drittligaspieler Florian Bluhm holt mit dem deutschen Team Bronze. Vereinskameradin Kathrin Hessenthaler macht bei den Weltspielen der Studierenden ungewohnte Erfahrungen und gibt Autogramme.

Sich einmal wie ein Weltstar fühlen, umringt von Heerscharen an Fans. Kathrin Hessenthaler kennt das Gefühl nun. Sie wird es von der Universiade in Chengdu als Souvenir mitnehmen. „Wenn dich in der Halle Kinder umringen und alle Autogramme und Fotos wollen, dann ist das schon ungewöhnlich“, sagt die 25-Jährige aus Neckarsulm. Selbst die freiwilligen Helfer lassen sich ihre Tischtennisschläger von den deutschen Teilnehmern signieren.

So oft wie in diesen Tagen von Chengdu hat die angehende Gymnasial-Lehrerin noch nie ihren Namen geschrieben. „Ich finde es toll, welche Wertschätzung, welchen Stellenwert unser Sport hier hat“, sagt Hessenthaler, die bei der Sport-Union Neckarsulm in der 3. Liga Leistungsträgerin ist: „Das motiviert unheimlich.“

Kathrin Hessenthaler fiebert mit Florian Bluhm

Tischtennis ist Nationalsport in China, das ist auch bei den Weltspielen der Studierenden zu spüren. „In die Halle hier passen 12.000 Menschen, die sind auch fast immer da“, sagt Hessenthaler: „Die Chinesen gehen bei langen Ballwechseln mit“, sagt sie. Davon gab es auch am Montagabend (Ortszeit) jede Menge zu sehen. Hessenthaler fieberte als Fan mit, als es für den Neckarsulmer Teamkollegen Florian Bluhm mit dem deutschen Team gegen Taiwan um den Final-Einzug ging. Es wurde ein Tischtennis-Drama in fünf Akten, allerdings ohne Happy End für das deutsche Trio.

Florian Bluhm zwingt den Weltranglisten 103. in den fünften Satz

Abwehrkünstler Bluhm glänzte mit einem 3:1-Sieg gegen den Weltranglisten-156., Yang Tzu-Yi. Die Deutschen führten 2:1, als Tobias Hippler gegen Tzu-Yi drei Matchbälle vergab und im fünften Satz zum 2:2 unterlag. Im entscheidenden fünften Einzel zwang Drittligaspieler Bluhm den Weltranglisten 103., Huang Yan-Cheng, in den finalen fünften Satz, den der Favorit jedoch mit 11:6 für sich entschied.
Aus der Traum vom Traumfinale gegen Gastgeber China und 12.000 lärmende Fans auf den Rängen. „Direkt danach waren wir alle gefrustet“, sagt Florian Bluhm. Mit der Medaille um den Hals war die Freude über Bronze aber da. Ein Faktor für die deutsche Männer-Medaille: Durch die frühe Anreise war genügend Zeit und Möglichkeit, sich einzuspielen, sich den Gegebenheiten anzupassen. Im Einzel steht Florian Bluhm nach überstandener Gruppenphase in der Runde der besten 64, im Achtelfinale droht allerdings ein Duell mit dem Topgesetzten, dem Chinesen Yingbin Xu. Im Einzel sieht Bluhm keine Chance auf einen weiteren Medaillencoup.

Für Kathrin Hessenthaler ist es ein bisschen wie Olympia

Kathrin Hessenthaler war am deutschen Achtelfinal-Aus der Frauen gegen Südkorea nicht beteiligt, im Einzel hat sie sich für die K.o.-Runde qualifiziert, in der am Mittwoch eine Gegnerin aus Hongkong wartet. Fast noch wichtiger als die Ergebnisse sind die Erlebnisse: Hessenthaler schwärmt vom deutschen Haus, in dem alle deutschen Athleten untergebracht sind. Nebenan wohnen die Tschechen, Slowaken und die Schweizer. „Es ist ein bisschen wie Olympia“, sagt Hessenthaler. Und da lautet das Motto bekanntlich ja schon immer: Dabei sein ist alles.

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